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Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Fantasie und Initiative hat oder nicht

Christian Morgenstern

 

Der Raunheimer Schachverein 1929 e.V. feiert sein 75-jähriges Jubiläum.

 

Im Namen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Raunheim möchte ich dem Verein hierzu recht herzlich gratulieren.

 

Neuere Ausgrabungen und die Übersetzung alter Schriften lassen vermuten, dass Urformen des Schachspiels bereits 2.500 Jahre vor Christi Geburt existierten.

Man nennt es ein „königliches Spiel“ und sagt, es sei für einen König erfunden worden, der den Erfinder mit einem Meer von Überfluss belohnte.

 

Das Schachspiel setzt ein hohes Maß an Trainingsbereitschaft, Selbstdisziplin und Konzentrationsfähigkeit voraus.

 

Eigenschaften, die auch in beruflichen und privaten Zusammenhängen eine wichtige Rolle spielen.

 

Gerade für Jugendliche ist es wichtig, sich in einen solchen Trainingsbetrieb einzufügen, wie ihn das erfolgreiche Schachspiel verlangt.

 

Neben einer vielschichtigen Breitenarbeit ist die Nachwuchsförderung in den letzten Jahren ein wichtiges Standbein innerhalb des Vereins geworden.

 

Hier ist besonders die Schach AG an der Anne-Frank-Schule Raunheim zu nennen.

 

Sie können eine sehr positive Bilanz der zurückliegenden Jahre ziehen, Sie haben hervorragende Arbeit geleistet.

 

Ein Jubiläum soll gefeiert werden. Ich wünsche allen Beteiligten viel Freude dabei.

 

 

FürFür die weitere Zukunft allen Schachsportlern interessante, spannende und faire Wettkämpfe an den Schachbrettern.

 

Thomas Jühe

Bürgermeister

 

 

 

 

 

Grußwort

 

Vor 75 Jahren wurde der Raunheimer Schachclub gegründet. 75 Jahre wurde der Verein durch Menschen aus Raunheim und Umgebung geprägt. Die Geschichte des Vereins ist somit auch eng mit der Geschichte von Raunheim und Deutschland verbunden.

 

Im Jahre 1929 befand sich die ganze Welt im Zeichen der Weltwirtschaftskrise, ausgelöst durch den „schwarzen Freitag“, an dem die Börse in den USA zusammengebrochen war und danach die ganze Weltwirtschaft in ein tiefes Loch stürzte.

 

In Deutschland wurden durch die Weimarer Republik erste Schritte in Richtung Demokratie unternommen. Das deutsche Reich, der zweite Weltkrieg, die Gründung zweier deutscher Staaten, Mauerbau und Fall der Mauer mit der Wiedervereinigung, Gründung der europäischen Union und nach der Auflösung des Warschauer Paktes in diesem Jahr die europäische Osterweiterung sind nur einige Meilensteine dieser Zeitspanne.

 

Die letzten 75 Jahre stellen nur einen kurzen aber bewegten Zeitraum in der Geschichte der Menschheit dar. Für uns Menschen ist es jedoch eine lange Zeit. Mehr als drei Generationen haben seitdem dem Schachspiel in Raunheim ihre Zeit gewidmet.

 

Ein Verein lebt einzig durch seine Mitglieder. Nur durch engagierte Mitglieder läßt sich das Vereinsleben gestalten und durch intensive Jugendarbeit der Fortbestand des Vereins sichern.

Der Raunheimer Schachclub 1929 e.V. hat in seiner Geschichte Höhen und Tiefen erlebt. Viele der Menschen, die die Geschichte des Vereins mit bestimmten weilen nicht mehr unter uns, sind aber nicht in Vergessenheit geraten.

 

Schach ist ein Spiel, das Generationen verbindet. Nicht allzu selten treffen dabei 7-jährige und 70-jährige aufeinander und können dabei ihre Kräfte messen. Daher steht trotz sportlichem Ehrgeiz für viele Schachbegeisterte die Geselligkeit im Vordergrund. In Raunheim kommen daher auch diese Aktivitäten nicht zu kurz.

 

Vielleicht ist das der Grund, warum sich Schach in Raunheim trotz starker Konkurrenz in allen umliegenden Gemeinden etablieren konnte und gerade in der heutigen Zeit, in der das Freizeitangebot größer ist als je zuvor, einen neuen Aufschwung erlebt. Ein besonderer Dank gilt daher allen aktiven und passiven Mitgliedern, die durch ihre Unterstützung das Weiterbestehen des Vereins ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt auch all den Helfern, die durch ihre tatkräftige Unterstützung ohne finanzielle Entschädigung, ihre Kraft und Kreativität, das Vereinsleben und die Zukunft des Vereins mitgestalten.

 

In diesem Jahr hat sich der Raunheimer Schachclub im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zur Durchführung mehrerer Veranstaltungen entschlossen, auf die in der lokalen Presse hingewiesen werden wird. Nehmen Sie doch einfach die eine oder andere Gelegenheit wahr und besuchen Sie dies Veranstaltungen. Sie sollen helfen, die Verbundenheit mit den Menschen aus Raunheim zu intensivieren.             

 

Raunheim 2004                                                                                              Erik Landauer

Vorsitzender des Raunheimer Schachvereins

 

Die Geschichte des Raunheimer Schachclubs 1929 e. V.

 

1928 hatte Raunheim nur wenige Einwohner; man wohnte zwischen der Mainzer Straße und dem Main in der Liebfrauenstraße und in den kleinen Gäßchen wie z. B. dem Fischergäßchen und anderen.

 

Ein paar Schachspieler trafen sich regelmäßig am Mainufer und spielten manchmal auch um ein Viertel Tabak oder um Zigarettenpapier. Aber 1929 war es dann so weit: Der Raunheimer Schachclub wurde – soweit bekannt –durch Nik Weber, Philipp Weber, Martin Kress und Karl Vetter gegründet, alle aus der Liebfrauenstraße.

 

Später kamen Eugen März, Jakob Zwilling, Adolf Wagner, Karl Schmied, Erwin Feger, die Herren Ulbricht, Jahn, Schricker, Dylus, Sittmann, Scheunemann, Gallinger, Rudolf Urban, Walter Parthe, Erik Landauer und andere dazu.

 

Nicht zu vergessen ist unser langjähriger Vorsitzender Hans Heilmann – ebenfalls aus der Liebfrauenstraße.

 

Nach dem Krieg lag die Einwohnerzahl von Raunheim noch unter 3000 und es gab neben dem Schachclub noch weitere Vereine wie z. B. den TSV, den SSV und den Anglerverein.

 

Als Kassierer fungierte lange Zeit Martin Kress, der die Beiträge noch persönlich bei den Mitgliedern zu Hause abholte.

 

   

Ausflug des Raunheimer Schachvereins an den Rhein (1952)

 

 

Spiellokal war über viele Jahre die Gastwirtschaft im Monopol-Kino in der Mainzer Straße. Ab den 70-er Jahren wurde das Sportkasino das Domizil des Vereins bis 1995/1996 der Wechsel in die Kiste erfolgte, wo der Verein auch heute noch jeden Donnerstag ab 18:00 Uhr mit dem Jugendtraining startet und ab 20:00 Uhr das Training für die Erwachsenen beginnt.

 

Als Erik Landauer 1948 in den Schachclub eintrat, war er der einzige Jugendliche unter 21 Jahren, die Mitgliederzahl lag bei ca. 25 Mitgliedern und erreichte in dieser Zeit Spitzenwerte von bis zu 45 Mitgliedern. Leider liegen aus der Zeit vor 1950 keine und aus der Zeit bis in die 70 –er Jahre nur noch eingeschränkt Unterlagen vor.

 

Zu Beginn des Schachvereins fanden noch keine regelmäßigen Rundenturniere statt. Gespielt wurde gegen die Vereine in der Umgebung und nach Aussage langjähriger Vereinsmitglieder spielten die Raunheimer hier eine gute Rolle.

 

Als dann die Main-Taunus-Schachvereinigung gegründet wurde, wurde ein geregelter Spielbetrieb aufgebaut. Es begann mit der MTS -Klasse, der Bezirksklasse und der Kreisklasse.

 

 

 

    Erik Landauer und Herbert Gerlach im freundschaftlichen Kampf

 

Mitte der 70-er Jahre wurde der Verein von Herbert Gerlach geführt (seit dieser Zeit liegt uns durchgängig Material über die Vereinsgeschichte vor). Die erste und einzige Mannschaft spielte 1976 in der niedrigsten Klasse Zu dieser Zeit traten Bernd und Gerd Kronenburg dem Verein bei.

 

1977 übernahm Bernd Kronenburg den Vereinsvorsitz und sollte den Raunheimer Schachverein 15 Jahre lang führen. Sein Bruder Gerd übernahm für mehrere Jahre die Jugendarbeit und bereitete als Schriftführer die Maßnahmen zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins vor.

 

In den 80 er Jahren erreichte der Raunheimer Schachclub seine Blütezeit. 1982 gelang der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksklasse A und eine zweite Mannschaft startete in der Kreisklasse. Die Jugendarbeit wurde intensiviert und erste Volkshochschulkurse für Schach durchgeführt. Einige der heute stärksten Spieler des MTS-Bereiches starteten ihre ersten schachlichen Aktivitäten in dieser Zeit in Raunheim (doch das Thema Jugendarbeit mit vielen großartigen Erfolgen wollen wir später noch einmal separat beleuchten).

 

In den nächsten Jahren etablierte sich das Raunheimer Team in der Bezirksklasse und baute den Spielbetrieb kontinuierlich auf. Neben der zweiten Mannschaft wurde ein drittes Team aufgebaut und auch eine vierte Mannschaft war im Gespräch.

 

1989 pünktlich zum 60 –ten Geburtstag des Vereins gelang der ersten Mannschaft dann sogar der Sprung in die Unterverbandsklasse. Die zweite Mannschaft spielte in der Bezirksklasse B und die dritte Mannschaft war in der Kreisklasse A vertreten. In dieser Zeit hatte der Raunheimer Schachclub 1929 e.V. mehr als 45 aktive Spiele und dem Verein gehörten beinahe 100 Mitglieder an.

 

Neben einigen der vorher schon genannten Namen waren unter Anderen auch folgende Spieler für Raunheim aktiv: Andreas Bonsen, Hartmut Honig, Helmut Feger, Walter Parthe, Horst Lutz, Volker Quint, Michael Wortmann, Jürgen Hilke, Thomas Heyer, Stefan Krzykawski, Andreas Pubanz, Bernd Weil, Karl Kreuzer, Volker Desch, Volker Novarra, Herbert Klos, Erik Tischler, Stefan Brunner, Matthias Zwack, Norbert Müller, Ralf Rechel, Klaus Komor, Dr. Wolfgang Schmidt, Rudolf Urban, Peter Heinemann, Dirk Bäuerle, Harald Pirk, Andreas Köcher, Martin Köcher, Tim Haller, Navid Quareschni, Matthias Herth, Alexander Haas, Gerd Hanstein, Hans Kleinstück, Dagmar Knöll, Andreas Lutz, Hans Bon, Thomas Lehmann, Günther Weber, Rudolf Eschenfelder, Ralf Hein und viele andere.

 

In dieser Zeit gelangen auch eine Reihe von überregionalen Erfolgen. Das bei den Raunheimern beliebteste Turnier war dabei ein Mannschaftsturnier in Sochaux, das von dem dort ansässigen Peugeot-Konzern finanziert wurde (ein Dankeschön gilt hier auch unseren Schachfreunden aus Flörsheim, die uns auf dieses Turnier aufmerksam gemacht hatten und mit denen wir uns dort oft getroffen hatten).

 

Die Raunheimer nahmen in den 80-er Jahren regelmäßig verstärkt durch befreundete Spieler aus den Nachbarvereinen an diesem Turnier teil. Mit die schönsten Pokale des Vereins stammen aus dieser Zeit und verdeutlichen das erfolgreiche Abschneiden der Raunheimer Teams in diesen Jahren.

 

1989 gelang dem Raunheimer Team mit Andreas Bonsen, Volker Quint, Erik Landauer und Helmut Feger die Qualifikation für die Hessenmeisterschaften im 4-er Blitz! Hierbei gewann Helmut Feger zudem den Preis als bester Einzelspieler mit 13 Siegen in 13 Spielen am vierten Brett! Weiterhin gelang ein Sieg beim „Internationalen Schlossfest-Turnier“ in Höchst vor weiteren 20 meist höherklassigen Mannschaften in der Besetzung Andreas Bonsen, Matthias Zwack, Erik Landauer und Helmut Feger.

 

Mitte der 90er Jahre endete diese sehr erfolgreiche Phase des Schachclubs. 1991 gelang noch einmal der Aufstieg in den Unterverband, und die Vereinsführung versuchte damals durch den Wechsel mehrerer anderer Spieler nach Raunheim ein Team aufzubauen, dass einen weiteren Aufstieg und zusätzliche sportliche Erfolge durch eine Konzentration von Spielern in Raunheim zu erreichen. Trotz viel versprechender Ansätze scheiterte dieses Unternehmen in letzter Minute und nach dem neuerlichen Abstieg aus der Unterverbandsklasse verließen eine Reihe ambitionierter junger Spieler den Verein.

 

Zeitgleich musste Bernd Kronenburg aus beruflichen Gründen die Vereinsführung abgeben und sein Bruder Gerd führte die nächsten 5 Jahre den Raunheimer Schachclub. In diesen Jahren festigte der Verein seine Position in der Bezirksklasse.

 

Zudem errang der Raunheimer Schachclub in den Jahren zwischen 1989 und 1994 zahlreiche Erfolge im Jugendbereich. Mitte der 80-er Jahre hatte Harald Pirk seine neue schachliche Heimat in Raunheim gefunden und die Jugendarbeit verstärkt. Mit dem Team um Andreas Köcher, Navid Quareschni, Matthias Herth, Alexander Haas und dem aus Mörfelden stammenden Tim Haller errang der Raunheimer Schachchlub in dieser Zeit regelmäßige Siege bei den Main Taunus Schüler- und Jugendmannschaftsmeisterschaften. Neben einer Reihe weiterer Einzeltitel auf MTS-Ebene konnten in diesen Jahren auch - 4 Titel bei den hessischen Mannschaftsmeisterschaften gewonnen werden.

 

Der Mitgliederschwund konnte aufgehalten werden und eine Gruppe von Bischofsheimer Schachspielern fand eine neue Heimat in Raunheim. Mit Karl-Heinz Seltmann, Herbert Seltmann, Michael Kriechbaum und Peter Weh konnten die Reihen der Raunheimer Mannschaften aufgefüllt werden und der Wechsel des Spiellokals brachte die durch die in dieser Zeit aktivierte Jugendarbeit stark in Anspruch genommene Vereinskasse wieder auf eine solide Basis.

 

1996/97 musste auch Gerd Kronenburg aus beruflichen Gründen die Vereinsführung abgeben, doch stand mit Ralf Hein ein junger Nachfolger zur Verfügung, der zusammen mit Stefan Brunner neue Impulse in den Verein bringen wollte. Als beinahe zeitgleich beide Spieler aus beruflichen Gründen nach München umsiedeln mussten, wurde der Verein plötzlich führungslos.

 

Harald Pirk übernahm zu dieser Zeit das Amt des Vereinsvorsitzenden, doch wurde hierdurch der negative Trend nicht aufgehalten. Die erste Mannschaft rutschte in die Bezirksklasse C ab, sogar langjährige Vereinsmitglieder verließen den Schachclub und sogar der Bestand des Vereins geriet in Gefahr.

 

Erst als Erik Landauer den Vereinsvorsitz 1999 übernahm konnte sich der Verein wieder stabilisieren und sich auch spielerisch wieder in der Bezirksklasse A oder B etablieren.

 

 

Der Raunheimer Schachclub heute

 

Der Raunheimer Schachclub heute trägt klar den Stempel von Erik Landauer, der den Verein seit 1999 führt. Die Finanzlage konnte in den letzten Jahren dank der kontinuierlichen Arbeit von Karl-Heinz Seltmann konsolidiert werden und gibt dem Verein eine solide Basis für die nächsten Jahre. Das Schachmaterial, das seit vielen Jahren von Stefan Krzykawski verwaltet wird, ist noch für eine weitaus höhere Mitgliederzahl ausgelegt und ermöglicht daher die materielle Unterstützung bei dem Aufbau von Schachgruppen wie z. B. an der Raunheimer Gesamtschule und dem Max-Planck Gymnasium in Rüsselsheim und steht auch Senioren in der Kiste zur Nutzung zur Verfügung.

 

Die Mitgliederanzahl hat sich im Seniorenbereich auf niedrigem Niveau eingependelt und stieg in den letzten Monaten insbesondere durch die intensivierte Jugendarbeit wieder auf ca. 40 Mitglieder an.

 

Im sportlichen Sektor spielte Raunheim in den Jahren 2000 bis 2003 mit 2 Mannschaften in der Main-Taunus Schach Vereinigung. Die erste Mannschaft spielte in der Bezirksklasse B und die zweite Mannschaft in der Kreisklasse A. Im Herbst 2004 wurde eine dritten Mannschaft in der Kreisklasse B angemeldet. Damit nahmen an den Spielwochenenden jeweils 19 Spieler ihren Platz an den Brettern ein.

 

Die erfolgreichste Zeit des Raunheimer Schachvereins begann mit der Gründung der Schach AG des Max Planck Gymnasiums in Rüsselsheim durch unseren Turnierleiter Bernd Kronenburg. Nach zahlreichen Mannschaftssiegen in allen Altersklassen bei Hessenmeisterschaften, im Hessenpokal und im Frankfurter Traditionsturnier "Hibbdebach-Dribbdebach" wurde mit dem Gewinn des Deutschland Cups 2005 in Willingen für 8er-Mannschaften Schulschachgeschichte geschrieben. Viele Talente dieser Talentschmiede fanden den Weg zum Raunheimer Schachverein und gewannen in den Jahren 2005 und 2006 fünf Mannschaftsmeisterschaften in der MTS - Schachvereinigung. Auch im Verein gewann die Schachjugend zahlreiche Titel wie z.B. die Blitz-Hessen Mannschaftsmeisterschaft 2005, die Jugendliga 2005 und die U16 Mädchen Mannschaft Hessenmeisterschaft 2006.

 

Donnerstag ist seit vielen Jahren der Trainingsabend des Vereins. Ab 18:00 Uhr treffen sich hier Schüler und Jugendliche im Rathaus in der Schulstraße 2 in Raunheim unter der Betreuung von Bernd Kronenburg. Neuerdings findet Freitags ab 17 Uhr dort noch ein zusätzliches Jugendtraining statt. Die Schach AG der MPS trainiert Freitags ab 14 Uhr im Neubau der Schule. In den Sommerferien gibt es ein Schachcamp in Oberseemen.

 

Ab 20:00 Uhr stoßen dann Donnerstags die Senioren hinzu und führen ihr Training durch. Im Durchschnitt finden sich an den Trainingsabenden ca. 25 Schachbegeisterte ein, um ihre Kreativität, ihre Konzentrationsfähigkeit und Planungsfähigkeiten hinsichtlich Strategie und Taktik am Schachbrett zu messen. Jedes Jahr wird eine Vereinsmeisterschaft, eine Blitzmeisterschaft und eine Vereinspokalmeisterschaft durchgeführt.

 

Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Schnell-, 960er bzw. Blitzpartien oder auch Tandemspiele lockern das Programm auf und sind gerade bei den Jüngeren sehr beliebt.

 

Gäste, die einmal einen Eindruck hiervon erhalten möchten oder ihre Spielstärke mit Vereinsspielern vergleichen wollen, sind jederzeit gerne gesehen. Kommen Sie doch einfach einmal vorbei!

 

Erfolgreiche Jugendarbeit beim Schach

 

In den 80 er Jahren erreichte der Raunheimer Schachclub seine erste Blütezeit. 1982 gelang der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksklasse A und eine zweite Mannschaft startete in der Kreisklasse. Die Jugendarbeit wurde intensiviert und erste Volkshochschulkurse für Schach durchgeführt. Einige der heute stärksten Spieler des MTS-Bereiches starteten ihre ersten schachlichen Aktivitäten in dieser Zeit in Raunheim (doch das Thema Jugendarbeit mit vielen großartigen Erfolgen wollen wir später noch einmal separat beleuchten).

 

Unter anderen waren folgende Spieler für Raunheim aktiv: Andreas Bonsen, Helmut Feger, Volker Quint, Michael Wortmann, Jürgen Hilke, Thomas Heyer, Andreas Pubanz, Bernd Weil, Volker Desch, Volker Novarra, Erik Tischler, Norbert Müller, Ralf Rechel, Peter Heinemann, Dirk Bäuerle.

 

Zudem errang der Raunheimer Schachclub in den Jahren zwischen 1989 und 1994 zahlreiche Erfolge im Jugendbereich. Mitte der 80-er Jahre hatte Harald Pirk seine neue schachliche Heimat in Raunheim gefunden und die Jugendarbeit verstärkt. Mit dem Team um Andreas Köcher, Navid Quareschni, Matthias Herth, Alexander Haas und dem aus Mörfelden stammenden Tim Haller errang der Raunheimer Schachchlub in dieser Zeit regelmäßige Siege bei den Main Taunus Schüler- und Jugendmannschaftsmeisterschaften. Neben einer Reihe weiterer Einzeltitel auf MTS-Ebene konnten in diesen Jahren auch - 4 Titel bei den hessischen Mannschaftsmeisterschaften gewonnen werden.

 

Aus diesem Kreis waren insbesondere Helmut Feger, Volker Quint, Michael Wortmann, Andreas Bonsen und Jürgen Hilke noch viele Jahre für Raunheim aktiv bzw. sind es heute noch.

 

Nach einem kurzen Einbruch startete Ende der Siebziger eine weitere Initiative. Gerd Kronenburg bot über mehrere Jahre Volkshochschulkurse für Schach an und baute ein regelmäßiges Jugendtraining auf. Thomas Heyer, Andreas Heyer, Andreas Pubanz, Bernd Weil, Volker Desch, Volker Novarra, Erik Tischler, Norbert Müller, Ralf Rechel, Peter Heinemann, Frank Singhoff, Thomas Singhoff, Dirk Bäuerle und viele andere nahmen an diesen Trainingseinheiten teil und verstärkten später die aktiven Mannschaften des Raunheimer Schachclubs.

 

   

Kim Kronenburg

Andreas Köcher

Mathias Herth

Navid Qureshni

 

 

Mitte der achtziger Jahre zeichnete dann Harald Pirk für die Jugendarbeit verantwortlich. Durch die Zusammenarbeit und den Aufbau von Schachgruppen an Raunheimer Schulen wurde die Jugendarbeit auf eine breitere Basis gestellt. Hierdurch – und natürlich durch das Glück des Tüchtigen, errang der Raunheimer Schachclub in den Jahren zwischen 1989 und 1994 zahlreiche Erfolge im Jugendbereich. Navid Qureshi, Andreas Köcher und Matthias Herth besuchten die selbe 2.Klasse und traten als Freunde auch gemeinsam dem Verein bei, wenig später folgte Alexander Haas. Durch dieses junge motivierte Team (an Brett 1 wollte jeder gern spielen) erlangte der Raunheimer Schachclub in dieser Zeit regelmäßige Siege bei den Main-Taunus-Mannschaftsmeisterschaften, sowie eine Reihe weiterer Titel auf Hessenebene; hier vor allem bei den Blitzmeisterschaften. Der Eintritt des Walldorfers Tim Haller verstärkte die Mannschaft weiter, brachte aber auch die „Viererkette“ ins wanken, da ja nun ein Spieler immer aussetzen musste. So gut diese Mannschaft aber auch besetzt war, der Erfolg eines Einzeltitels sollte sich nur zweimal einstellen: Andreas Köcher wurde im Jahr 1990 sowohl MTS-Meister im normalen als auch im Blitz-Schach. Ansonsten blieben dafür häufig die Podiumsplätze.

     

 

Nach dem Ausscheiden von Harald Pirk versuchten Erik Landauer und Stefan Krzykawski die Jugendarbeit an der Raunheimer Gesamtschule wieder zu intensivieren. Am Max-Planck-Gymnasium in Rüsselsheim wurde parallel dazu letztes Jahr von Bernd Kronenburg eine Schachgruppe aufgebaut und auch innerhalb des Schachclubs selbst wurde das Jugendtraining auf Donnerstag 18:00 Uhr gelegt, um Schülern und Jugendlichen im Anschluss an ihre Trainingseinheiten die Möglichkeit zu bieten sich mit den Erwachsenen zu messen bzw. auch an deren Training teilzunehmen. Die ersten Erfolge sollten sich hier schnell einstellen!

 

Schon nach einem Jahr intensivem Training unter der Leitung von Bernd Kronenburg wurde die Schach AG des Rüsselsheimer Max-Planck Gymnasiums Hessenpokalsieger 2004 in der WK1 (unter 18 Jahren), Vize Hessenpokalsieger 2004 in der WK2 (unter 16 Jahren), Hessenpokalsieger 2004 in der WK3 (unter 12 Jahren) und Vize Hessenmeister in der WKM (Mädchen unter 18 Jahren)

 

Für die im Herbst beginnende neue Runde wurde eine dritten Mannschaft in der Kreisklasse B gemeldet und sowohl die zweite Mannschaft des Raunheimer Schachclubs als auch die dritte Mannschaft konnten in 2004 dank der starken Leistung der Raunheimer Schachjugend alle Mannschaftskämpfe klar gewinnen!

 

 

 

Die Zigarillo und der Aufstieg.......

 

Es war in den 80-ger Jahren. Die Raunheimer erlebten eine turbulente Zeit und bewegten sich zwischen Bezirksklasse B, Bezirksklasse A und der Unterverbandsklasse hin und her. Viele Spieler trugen nur für ein oder zwei Jahre die Farben des Vereins und wechselten dann wieder.

 

Nicht so Horst L. Obwohl zu dieser Zeit einer der stärksten Spieler des Vereins, konnte man immer auf ihn zählen. Aber dann war da dieser eine besondere Tag......

 

Doch bevor wir dazu kommen, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass damals das Rauchen während des königlichen Spiels bei Zustimmung des Gegners noch erlaubt war und Horst L. ein begeisterter Zigarillo-Fan war. Und dies sollte an diesem Tag eine große Rolle spielen!

 

Es war der letzte Spieltag einer erfolgreichen Saison. Eigentlich sollte auch der Sieg im letzten Spiel klar gehen; vielleicht würde ja auch schon ein Remis zu einem weiteren  Aufstieg reichen. Doch das Spiel gestaltete sich weitaus spannender als erwartet. Nach 4,5 Stunden Spielzeit näherte sich die Zeitkontrolle und damit auch die Entscheidung! Die Partien waren an den meisten Brettern entschieden und der Spielstand zeigte, dass die Partie von Horst L. den Ausschlag über Gewinn und Verlust geben würde.

 

Und diese Partie war äußerst spannend. Horst war materiell klar im Vorteil und würde die Partie locker gewinnen, wenn - ja wenn er die Zeitnotphase bis zur Zeitkontrolle überstehen würde! Er hatte jedoch noch ca. 12 Züge in weniger als 5 Minuten zu machen. Nebenbei versuchte sein Gegner die Stellung möglichst kompliziert zu gestalten und Horst L. weigerte sich, die Hilfe eines Mannschaftskollegen zur Notation der Partie anzunehmen.

 

Und er schien die Sache im Griff zu haben. Hoch konzentriert wehrte er alle Angriffsversuche seines Gegners ab und näherte sich Zug um Zug der Zeitkontrolle. Und dann verlor sein Gegner die Nerven und erlaubte Horst einen Abtausch, der die Überlegenheit seiner Stellung noch klarer zum Ausdruck brachte und außerdem die Anzahl der noch zu absolvierenden Züge zusammenschmelzen ließ.

 

Sein Gegner hatte den 50-ten Zug gemacht und wartete auf den entscheidenden Zug. Eigentlich drohte keine Gefahr mehr und den sicheren Sieg vor Augen suchte Horst seine geliebte Zigarillo. Er fand sie auch schnell, doch dann fehlte noch das Feuer. Flink war auch ein Feuerzeug herausgezogen, doch das verflixte Ding wollte nicht angehen! Panik erfasste die anwesenden Raunheimer Spieler. Sofort suchten alle nach einer Ersatzlösung – und endlich hatte jemand Streichhölzer aufgetrieben. Unverzüglich wurden sie zu Horst L. gereicht, der sich höflich bedankte. Und endlich brannte die Zigarillo. Horst nahm einen tiefen Zug, beugte sich nach vorn um seinen letzten Zug vor der Zeitkontrolle auszuführen, als ...... ein überglückliches, weit vernehmliches „Zeit!!!!“ seines Gegners das Ende der Partie klarstellte.

 

Über die Zigarillo hatten sich auch alle Aufstiegsträume der Raunheimer in Rauch aufgelöst! 

 

 

 

Großmeisterliches Simultan aus Raunheim.....

 

Kaum zu glauben aber wahr: es gibt einen Raunheimer Schachspieler, der beim Spiel gegen mehrere Großmeister über mehrere Spiele eine positive Bilanz erreicht hat. Er kann sogar darauf verweisen, keine einzige Partie gegen Großmeister verloren und immerhin 3! Siege errungen zu haben!

 

Für alle, die mit Schach nicht so vertraut sind, ist die Sensation, die hinter dieser Aussage liegt möglicherweise gar nicht zu erkennen. Daher vorab erst einmal eine kurze Erklärung: Großmeister sind die stärksten Schachspieler der Welt und haben ihr schachliches Können über viele Jahre in Turnieren unter Beweis stellen müssen. Erst durch mehrere fordere Platzierungen in den am stärksten besetzten Schachturnieren der Welt erreicht ein Schachspieler den Titel eines Großmeisters. Bei Schachspielern wird die Spielstärke ähnlich wie beim Handicap bei Golf mit einer speziellen Zahl für die Spielstärke gemessen bzw. angegeben. Ein Großmeister hat in der Regel eine Spielstärkezahl von mehr als 2500 und man sagt, dass bei einer Differenz von mehr als 200 Punkten für den schwächeren Spieler eigentlich keine Gewinnchance mehr besteht ( der Durchschnittswert der ersten Raunheimer Mannschaft liegt derzeit bei etwa 1600!).

 

Um das schier Unmögliche dennoch möglich zu machen, müssen also noch ein paar Randbedingungen zu Gunsten der schwächeren Seite existiert haben. Und hierbei handelt es sich um eine seit vielen Jahren bei Schach existierende Besonderheit, den Simultanturnieren! Bei diesen Turnieren tritt ein klar überlegener Schachspieler gleichzeitig gegen mehrere Spieler an. Diese Spieler sitzen außen an einer Tischreihe an ihren Brettern und führen jeweils dann ihren Zug aus, wenn der innen entlang laufende Meisterspieler bei ihnen vorbei kommt.

 

Für diejenigen, die jetzt meinen, dass unter solchen Bedingungen ein Sieg oder ein Unentschieden leicht zu erreichen seien, hier eine kleine Beschreibung dessen, wozu solche Großmeister wirklich fähig sind:

·       so spielte 1960 der Ungar Janos Flesch in Budapest 52 parallele Partien ohne Sicht auf die Figuren oder Notizen rein aus dem Gedächtnis (Blind-Simultan!). Hiervon gewann er 31 Partien, spielte 18 mal Remis (Unentschieden) und verlor nur 3 Partien.

·  zum 50-jährigen Jubiläum des Bundesliga-Vereins SC Kreuzberg spielte Dr. Robert Hübner blind gegen das Bundesligateam (durchschnittliche Spielstärke 2300) und gewann nach 9 Stunden und 339 Zügen 5 Spiele bei 3 Unentschieden und ohne eine einzige Verlustpartie.

 

Doch nun zu den erwähnten Spielen:

 

    Gegner Spielort Ergebnis
  1.    GM Ludek Pachmann Eppstein 1:0
  2   GM Erik Lobron Raunheim 1:0
  3. GM Vlastimil Hort Raunheim 1:0
  4. GM Vlastimil Hort Bad Nauheim 0,5:0,5
  5. GM Georg Hickl Flörsheim 0,5:0,5

 

Zu diesem Ergebnis kommen noch zwei während eines Fluges gespielte Schnellpartien gegen GM Dr. Robert Hübner!

 

Bei dem Raunheimer Spieler, dem diese sensationelle Serie gelang, handelt es sich um den langjährigen Vereinsvorsitzenden Bernd Kronenburg. Mit Spannung warten wir darauf zu sehen, ob er diese Serie noch ausbauen wird.

 

Spätere Anmerkung:

Auch im Jahr 2006 spielte Bernd Kronenburg gegen den amtierenden dreimaligen Deutschen Meister Lothar Luther anlässlich des 60 jährigen Bestehens des Groß Gerauer Schachvereins remis.

 

Jugendförderung der besonderen Art.......

 

Jugendförderung hatte in den letzten Jahrzehnten in Raunheim immer einen hohen Stellenwert gehabt. Viele Vereine aus den benachbarten Gemeinden hatten in den 80-iger Jahren ihre Schüler nach Raunheim in die Volkshochschule geschickt, wo in Zusammenarbeit mit dem Raunheimer Schachclub sowohl Schachkurse für Erwachsene als auch Schachkurse für Jugendliche abgehalten wurden. Einige der Spieler, die hier ihre ersten Schritte in Sachen Schach absolvierten, gehörten später zu den stärksten Spielern Hessens.

 

Die Art der Jugendförderung von der in dieser Geschichte die Rede sein wird, gehört jedoch nicht in diesen Zusammenhang.

 

Die zweite Mannschaft des Raunheimer Schachclubs spielte auswärts bei unseren Schachfreunden in Hattersheim. Bei dem Hattersheimer Team handelte es sich um eine Mannschaft aus Routiniers und Nachwuchsspielern.

 

Bernd K., ein starker und erfahrener Schachspieler, verstärkte in diesen Tagen die zweite Mannschaft und sollte eigentlich für einen Punkt gut sein. Zudem sollte sein Gegner an diesem Tag ein noch sehr junger und unerfahrener Schüler werden, der seine erste Partie in einer Mannschaft spielen würde.

 

Auch die Eltern des Knaben wollten ihren Sohn bei diesem Ereignis unterstützen und schauten zu.

 

Der Schüler eröffnete die Partie mit „e4“ und Bernd K. antwortete mit „c5“ (dies sind die ersten Züge für verschiedene sizilianische Eröffnungsvarianten). Normalerweise würde „Weiß“ nun einen seiner Springer entwickeln, doch erst einmal geschah gar nichts. Nach einer für diese Spielphase sehr langen Pause begann der Junge zu weinen. Bernd fragte ihn was denn los sei und der Junge antwortete unter Tränen, dass er diese Eröffnung nicht kenne und nicht wisse was er nun spielen solle.

 

So wollte Bernd seine Partie nun auch nicht gewinnen und der Junge tat ihm leid. Also erkundigte er sich, welche Eröffnung der Junge denn gut kenne und dieser antwortete „die Italienische Eröffnung“! Entgegen allen Regeln begannen die beiden daraufhin die Partie neu und Bernd folgte dabei den Vorgaben des Jungen Spielers aus Hattersheim hinsichtlich der Italienischen Eröffnung.

 

Und unser junger Schachspieler hatte seine Eröffnung sehr gut und intensiv gelernt!!! Etliche Züge später war das Spiel entschieden. Das Hattersheimer Nachwuchstalent hatte Bernd K. in der Eröffnung regelrecht auseinander genommen und die Partie dann locker nach Hause gebracht.

 

Bernd K. war diese Art der Jugendförderung teuer zu stehen gekommen. Neben dem Schaden der verlorenen Partie mußte er den Spott seiner Mannschaftskollegen hinnehmen und außerdem noch eine Runde für das Team ausgeben! Der junge Spielpartner – vielleicht auch dank dieser Jugendförderung - wurde einige Jahre später MTS-Meister.

 

 

DWZ Pyramide

 

DWZ Tabelle

 

 

 

                Männer und Frauen    

nur Frauen

 

Spieler der Klasse

Elo über

Welt

Deutschland

Welt

Deutschland

Weltmeisterniveau

2800

2775

1

3

-

-

-

-

-

-

WM-Kandidaten

2750

2725

4

5

-

-

-

-

-

-

Supergroßmeister

2700

2675

12

19

-

-

-

1

-

-

Besonders starker GM

2650

2625

30

47

-

1

1

1

-

-

Gehobene GM-Klasse

2600

2575

86

128

3

7

1

1

-

-

Leistungsstarker GM

2550

2525

211

339

11

20

4

5

-

-

Großmeister

2500

2475

498

710

27

40

7

11

-

-

Leistungsstarker IM

2450

2425

984

1383

58

92

15

23

-

1

Internationaler Meister

2400

2375

2350

2325

1997

2750

3632

4811

146

196

289

426

34

43

63

96

1

1

2

3

FIDE Meister

2300

2275

2250

2225

6441

8452

10901

13568

628

908

1248

1637

124

171

222

306

5

8

11

19

Nationaler Meister

2200

2175

2150

2125

16558

18977

21244

23234

2038

2394

2712

2989

410

556

735

893

24

35

49

67

Meisteranwärter

2100

2075

2050

2025

25157

26826

28261

29345

3231

3433

3560

3682

1107

1364

1653

1907

87

118

126

154

Gewertete Spieler

2001

30062

3739

2166

164

 

Anhand der obigen Tabelle kann man ersehen, wie hoch der Standard im Weltschach in der heutigen Zeit liegt. Doch auch in den heimischen Spielklassen kann man auf Spieler treffen, die eine sehr hohe Spielklasse haben. So spielt zum Beispiel in dieser Saison ein Spieler mit der DWZ- bzw. Elo-Zahl eines FIDE-Meisters (ca. 2.275 Punkte) in der niedrigsten Spielklasse des Unterverbandes Main-Taunus, in dem auch die dritte Mannschaft des Raunheimer Schachclubs spielt!

 

DWZ Zahlen der aktuellen Raunheimer Schachspieler

 

1.

Landauer

Erik

1794

2.

Kronenburg

Gerd

1743

3.

Jakobs

Thomas

1719

4.

Kronenburg

Bernd

1694

5.

Köcher

Andreas

1644

6.

Köcher

Martin

1637

7.

Bon

Johann

1605

8.

Knippschild

Rainer

1428

9.

Mizu

Mohammad

1383

10.

Parthe

Walter

1352

11.

Seltmann

Karl Heinz

1313

12.

Hanstein

Heinrich

1247

13.

Krzykawski

Stefan

1195

14.

Seltmann

Herbert

1150

 

                                                                                                                                        Stand 10.2004

 

Mit den derzeitigen DWZ-Zahlen bewegt sich die erste Mannschaft des Raunheimer Schachclubs in der Bezirksklasse B im Mittelfeld. Ein Aufstieg in die Bezirksklasse A liegt im Bereich des Möglichen, doch wird dort an den beiden Spitzenbrettern ein Mittelwert von ca. 1900 Punkten erreicht. Dennoch ist man in Raunheim davon überzeugt auch in der Bezirksklasse A mitspielen zu können, zumal im eigenen Jugendbereich eine schlagkräftige Truppe nachfolgt.

 

 

Schachpartie mit Kommentar

 

Lipp,Hubert (2050) - Kronenburg,Gerd (1750)

B07: Pirc-Ufimzew-Verteidigung

1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.f3 Überdeckt gleichzeitig e4 undg4 3...g6 4.c4 Lg7 5.Ld3 c5 6.d5 Weiß gewinnt Raum 6...0–0 7.Se2 Sbd7 8.Sbc3 Se5 9.b3 Sxd3+ 10.Dxd3 a6 Sichert b5 11.Lb2 Ld7 12.0–0 Tb8 13.a4 Db6 14.Sd1 Dc7 15.Se3 b5 16.axb5 axb5 17.Lc3 Tb7 18.h3 Deckt g4 18...Tfb8 19.f4 Will e5 spielen 19...Dc8

Diagramm

 

20.e5 Weiß folgt der Strategie von Nimzowitsch: Bauernketten sollten von der Basis aus aufgerollt werden 20...Se8

Diagramm

 

21.g4 Ermöglicht auch f5 [21.De4 e6²] 21...bxc4 22.bxc4 Tb3 23.De4 e6 Überdeckt f5 24.f5 Txc3

Diagramm

 

[24...exf5!? ist vielleicht stärker 25.gxf5 dxe5 26.Lxe5 T8b6 27.Lxg7 Sxg7= (‹27...Kxg7 28.De7±) ] 25.Sxc3 [25.fxe6!? fxe6 26.Sxc3 Lxe5 27.Df3±] 25...exf5² 26.gxf5 Lxe5 27.fxg6 hxg6 28.Ta7 Sf6 [Weniger gut ist 28...Lxc3 29.De7 Lf6 30.Dxd7 (‹30.Txf6 Sxf6 31.Dxf6 De8³) 30...Dxd7 31.Txd7²] 29.Dc2 [29.Dh4 Lxc3 30.Txf6 Lxf6 31.Dxf6³] 29...Lxh3µ 30.Tf3 Kg7 31.Se4 Ld7 32.Sxf6 Lxf6 33.Df2 [¹33.De4= und Weiß kann noch kämpfen] 33...Tb1+µ 34.Sf1? [¹34.Kg2 Lh3+ 35.Txh3µ] 34...Ld4–+ 35.Txf7+ Kg8 36.Taxd7 Lxf2+ 37.Kxf2 De8 38.Tg7+ Kf8 39.Se3 De4 40.Th7?? ein Fehler, doch es war nicht viel zu retten [40.Tdf7+ Ke8 41.Tb7 Txb7 42.Txb7–+] 40...Tb2+ 41.Kg3 Dxe3+ [41...Dxe3+ 42.Kg4 Tg2+ 43.Kh4 Dg3#]  0–1

 

 

Eine einfach Stellung mit einem überraschenden Ende

 

 

 

 

     

 

Betrachtet man die Möglichkeiten der Bauernumwandlung für den letzten weißen Bauern und den letzten schwarzen Bauern separat, so erschein alles klar. Die Lage für Weiß scheint aussichtslos, den weder der Vormarsch des schwarzen Bauern von h5 auf das Umwandlungsfeld h1 lässt sich aufhalten, noch kann der weiße Bauer auf c6 sein Umwandlungsfeld erreichen, ohne geschlagen zu werden.

 

 Der weiße Bauer kann nicht ohne Unterstützung in eine Dame umgewandelt werden, da sich der schwarze König schon in dem Quadrat befindet, dass aus der Seitenlänge (c6-c8) des Umwandlungs­weges mit dem Umwandlungsfeld als Endpunkt auf dem Schachbrett aufgebaut werden kann (Quadratregel). Um den weißen Bauern unterstützen zu können, müsste der schwarze König dieses Quadrat auf der anderen Seite des Bauern erreichen können.

 

Aus diesem Grund hätte die absolute Mehrheit der Schachspieler diese Stellung mit Weiß wohl aufgeben. Dennoch existiert eine Lösung für dieses Rätsel, die indirekt darauf beruht, dass auf dem Schachbrett der Weg über eine Diagonale bei gerader Feldzahl genau so lang ist wie der direkte Weg über eine Reihe oder Linie:

 

Weiß verbindet also zwei Zielsetzungen über den Weg des weißen Königs. Einerseits versucht Weiß die Annäherung an den weißen Bauern zu erreichen und andererseits in das Umwandlungsquadrat des schwarzen Bauern einzudringen.

 

 Die praktische Zugfolge sieht dann z. B. wie folgt aus:

 

1.) Kh8-g7        h5-h4

2.) Kg7-f6         h4-h3                        oder                                         Ka6-b6

3.) Kf6-e7         h3-h2                                                Kf6-e5              h4-h3

4.)   c6-c7       ..h2-h1= Dame                                    Ke5-d6             h3-h2

5.) c7-c8=Dame und Schach                                        c6-c7               Remis

und somit Remis!                    

 

 

Schachrätsel

 

Studie von H. Rink aus dem Folgejahr 1922:

Dieses Beispiel soll zeigen, dass man im Schach nicht ohne Nachdenken schematisch verfahren darf. Obwohl die Stellung der Studie von R. Réti sehr ähnlich ist, kommt es hier bei Weiß am Zug zu einem anderen Ergebnis.

 

 

Frage: Wie ist das Ergebnis dieser Stellung bei Weiß am Zug?

 

 

 

 

 

 

 

 

(Lösung unten)

 

 

 

Kampf verschiedener Figuren. Was gewinnt ?

Endspieltyp

Methodisches Vorgehen Gewinn- bzw. Verteidigungsplan

Resultat

D vs. T

König und Dame nähern sich den schwarzen Figuren. Der Turm wird von König getrennt und durch Schachgebot erobert. Herbeiführen von Zugzwangstellungen!

Dame gewinnt; in Ausnahmefällen remis

D vs. T+T

Die Türme decken sich gegenseitig. Andererseits gibt die Dame Schach bzw. fesselt einen der Türme.

remis

D vs. L

König und Dame nähern sich auf  der entgegengesetzten Farbe des Läufers, drängen den feindlichen König an den Rand und setzen ihn dort matt.

Dame gewinnt

D vs. S

Der König wird an den Rand abgedrängt und dort matt gesetzt.

Dame gewinnt

D vs. L+L

Durch Schachgebote der weißen Dame gelingt das Annähren des eigenen Königs. Die Läufer werden vom König getrennt und erobert.

Dame gewinnt, in Ausnahmefällen remis

D vs. S+S

Der König wird durch Schachgebote abgedrängt. Die Springer können sich nicht auf Dauer gegenseitig decken.

Dame gewinnt, in Ausnahmefällen remis

D vs. L+S

Der König wird an den Rand gedrängt und mittels Zugzwangsmanöver matt gesetzt.

Dame gewinnt, in Ausnahmefällen remis

T vs. L

Der schwarze König versucht in die Ecke zu fliehen, die nicht vom Läufer besetzt werden kann. Durch das Anfesseln des Läufers wird eine Pattstellung herbeigeführt.

remis; in Ausnahmefällen verloren

T vs. S

Der Springer bleibt immer in der Nähe seines Königs und verhindert somit die Opposition am Rand. Jedoch können sich u. U. aus Abwicklungen heraus ungünstige Postierungen ergeben die zum Verlust des Springers führen.

remis; in Ausnahmefällen verloren

T+L vs. T

Der schwarze Turm verhindert durch Schachgebot und Fesselungen das Matt. Das Endspiel ist schwierig zu behandeln.

remis; in Ausnahmefällen verloren

T+S vs. T

Weiß versucht mit seinen drei Figuren ein Mattbild am Brettrand aufzubauen, aber der schwarze König kann sich erfolgreich verteidigen.

remis; in Ausnahmefällen verloren

T+T vs. T

Der König wird durch die beiden Türme an den Rand gedrängt und matt gesetzt. Andererseits gelingt es einen Turm zu tauschen.

zwei Türme gewinnen

L+L vs. T

Zwei Leichtfiguren (2 Läufer, auch Läufer und Springer) können nicht gegen Turm gewinnen. Durch Schachgebote und Fesselungen verhindert Turm den Mattplan.

remis

L+L+S vs. T

Die drei Leichtfiguren drängen den feindlichen König an den Rand und setzten ihn matt. Die störenden Turmschachs werden durch dazwischenstellen von Figuren abgedeckt.

zwei Läufer und Springer gewinnen

L+S+S vs. T

Der Turm tauscht sich gegen den Läufer ab, und es entsteht ein remises Endspiel zwei Springer gegen König.

remis

 

(Lösung Schachrätsel: Weiß am Zug gewinnt! Während der weiße König im vorherigen Motiv durch die Nutzung der Diagonale für den Weg in das Zentrum eine Doppeldrohung eine Doppeldrohung aufbauen kann, scheitert diese Idee diesmal an einem taktischen Witz:

 

1.)   a3-a4        Ka2-b3

2.)   a4-a5        Kb3-c4

3.)   a5-a6        Kc4-d3

4.)   a6-a7        ..f3-f2

5.)   a7-a8=D      f2-f1=D

6.) Da8-a6 Schach mit Damengewinn!

 

Versucht Schwarz im zweiten Zug durch 2.) ........           Kb3-c3 den eigenen Bauern bei der Umwandlung zu unterstützen, kann Weiß das wie folgt widerlegen:

 

3.) Kh2-g1         Kc3-d4

4.)   a5-a6        Kd4-e3

5.) Kg1-f1 und Weiß gewinnt!

 

Sollte Weiß im dritten Zug jedoch nicht Kh2-g1 ziehen, erreicht Schwarz bei allen anderen Zügen Remis!)